1/4: Logische Regeln

  • Implikationen in Prädikatenlogik
  • Zum Beispiel: \[F\to G \;\;\; (\equiv\;\neg F \vee G)\]
  • Logische Erweiterung der Wissensbasis → statisch
  • Open World 
  • Deklarativ (beschreibend)
 

2/4: Prozedurale Regeln

  • z.B. Production Rules
  • „If X then Y else Z“
  • Ausführbare Maschinen-Anweisungen → dynamisch
  • Operational (Bedeutung = Effekt bei Ausführung)

3/4: Logikprogrammierung

  • z.B. Prolog, F-Logik
  • mann(X) <- person(X) AND NOT frau(X)
    
  • Approximation logischer Semantik mit operationalen Aspekten, Built-ins möglich
  • häufig Closed World
  • „Semi-deklarativ“

4/4 Ableitungsregeln eines Kalküls

  • z.B. Regeln zur RDF-Semantik
  • Regeln nicht als Teil der Wissensbasis, „Meta-Regeln“
  • nicht Thema dieser Vorlesung

Welche Regelsprache

Regelsprachen sind untereinander kaum kompatibel!
→ Wahl der geeigneten Regelsprache sehr wichtig

Mögliche Kriterien:
  • Klare Spezifikation von Syntax und Semantik?
  • Unterstützung durch Software-Tools?
  • Welche Ausdrucksmittel werden benötigt?
  • Komplexität der Implementierung? Performanz?
  • Kompatibilität mit bestehenden Formaten wie OWL?
  • Deklarativ (Beschreiben) oder operational (Programmieren)?
  • ...

Welche Regelsprache

Logische Regeln (Implikationen in Prädikatenlogik):
  • klar definiert, umfassend erforscht, gut verstanden
  • sehr gut kompatibel mit OWL DL und RDF
  • ohne Einschränkungen nicht entscheidbar
Prozedurale Regeln (z.B. Production Rules):
  • viele unabhängige Ansätze, oft nur vage definiert
  • Verwendung oft wie Programmiersprachen, Beziehung zu OWL und RDF unklar
  • effiziente Abarbeitung möglich
Logikprogrammierung (z.B. Prolog, F-Logik):
  • klar definiert, aber viele unterschiedliche Ansätze
  • teilweise kompatibel mit OWL und RDF
  • Entscheidbarkeit/Komplexität stark vom gewählten Ansatz abhängig
Schwerpunkt dieser Vorlesung: prädikatenlogische Regeln
(die aber auch die Grundlage der Logikprogrammierung sind)