E-Procurement




E-Procurement

E-Business, E-Commerce und E-Procurement

  • Anbahnung sowie die teilweise respektive vollständige Unterstützung, Abwicklung und Aufrechterhaltung von Leistungsaustauschprozessen mittels elektronischer Netze
  • Leistungsaustauschprozess = Vertriebs- oder Beschaffungsprozess
  • E-Commerce
    • jegliche Form geschäftlicher Information, Kommunikation oder Transaktion im Absatzbereich (Vertriebsprozess) von Unternehmen mittels elektronischer Medien
  • E-Procurement
    • Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zur elektronischen Unterstützung von Beschaffungsprozessen und deren Integration in den Arbeitsablauf eines Unternehmens

Produkt

Klassifikation von Produkten anhand bestimmter Kriterien

  • ABC-Analyse
    • A-Güter: hoher Einzelbestellwert, geringes Bestellvolumen
    • B-Güter: mittleren Einzelbestellwert, mittleres Bestellvolumen
    • C-Güter: niedriger Einzelbestellwert, hohe Bestellmenge
  • XYZ-Analyse
    • X-Güter: regelmäßige Beschaffung
    • Y-Güter: unterliegen regelmäßigen Schwankungen, saisonbedingt
    • Z-Güter: unregelmäßige Beschaffung
Wertigkeit

Regelmassig-

keit

     
A
B
C
X
hoher Wertanteil
konstanter Bedarf
mittlerer Wertanteil
konstanter Bedarf
niedriger Wertanteil
konstanter Bedarf
Y
hoher Wertanteil
schwankender Bedarf
mittlerer Wertanteil
schwankender Bedarf
niedriger Wertanteil
schwankender Bedarf
Z
hoher Wertanteil
unregelmäßiger Bedarf
mittlerer Wertanteil
unregelmäßiger Bedarf
niedriger Wertanteil
unregelmäßiger Bedarf

Produktkatalog

  • Darstellung von Informationen über angebotene Produkte
  • analog zum E-Shop, jedoch komplexer
  • stehen in engem Zusammenhang zu Material- und Produktdaten
  • vier Arten von Daten
    • Katalogmetadaten: Version, Ersteller, Bezeichnung
    • Katalogstrukturdaten: Produktkategorien
    • Produktdaten: Beschreibung, Preis
    • Produktstrukturdaten: Beziehungen zu anderen Produkten
Layer 1 Layer 1 PLM Katalogdaten Preise Vertriebstexte Zeichnungen Identifikation Klassifizierung Merkmale Herstellungskosten Bestände Produktionsdaten Arbeitspläne Stücklisten Produktabbildungen für Browserausgabe Keywords für Katalogsuche Produktdaten Materialdaten Layer 1 ERP Layer 1 PLM

Beschaffungsprozess

  • Strategische Beschaffung
    • fokussiert die Suche und Auswahl von geeigneten Lieferanten sowie der Vertragsschließung
    • auch als Sourcing bezeichnet
  • Operative Beschaffung
    • geschlossener Vertrag bzw. geschlossene Bestellung wird abgewickelt
    • auch als Ordering bezeichnet

Übersicht E-Procurement

Layer 1 E-Procurement Strategische Beschaffung Operative Beschaffung Ausschreibung Auktion Lieferantensysteme (Sell-Side) Beschaffersysteme (Buy-Side) Marktplatzsysteme (Marketplace)

Ausschreibungsverfahren

  • Methode
    • Bedarf wird ausgeschrieben
    • qualifizierte Lieferanten werden ermittelt oder können sich bewerben (Request for Information)
    • Lieferanten geben ein Angebot (Request for Quotation) oder unverbindlichen Vorschlag (Request for Proposal) ab
    • Lieferant wird anhand bestimmter Kriterien gewählt (Preis, Qualität, regionale Nähe)
  • System
    • käuferseitige Lösung oder elektronische Marktplätze (E-Marketplace)

Auktionsverfahren

  • Methode
    • im Gegensatz zum Ausschreibungsverfahren findet eine dynamische Preisbildung statt
    • Kombination von Ausschreibung in der Vorbereitungsphase und Auktion in der Preisfindungsphase
    • Prozess ist abhängig vom Auktionsverfahren
    • vorwiegend Reverse Auctions
    • Anbieter unterbieten sich gegenseitig im Zeitverlauf
  • System
    • branchenspezifischer Marktplatz (E-Marketplace oder E-Auction)

Übersicht E-Procurement

Layer 1 E-Procurement Strategische Beschaffung Operative Beschaffung Ausschreibung Auktion Lieferantensysteme (Sell-Side) Beschaffersysteme (Buy-Side) Marktplatzsysteme (Marketplace)

Systeme zur operativen Beschaffung

  • Sell-Side-Modell
    • Online-Katalog und Einkaufssoftware wird vom Lieferanten zur Verfügung gestellt
    • E-Shop im B2B-Bereich
    • Nachteile
      • Vergleich von Angeboten verschiedener Lieferanten schwer möglich
      • unterschiedliche Designs und Navigationsstrukturen
      • schwierige ERP-Integration beim Einkäufer
    • Vorteile
      • Lieferant kann Produkte optimal konfigurieren
      • ERP-Integration beim Lieferant
      • Betrieb und Wartung nicht beim Einkäufer

Systeme zur operativen Beschaffung (2)

  • Buy-Side-Modell
    • Einkaufssoftware und der überwiegende Teil des Katalogs wird vom einkaufenden Unternehmen betrieben
    • oft auch als Desktop-Purchasing-Systeme bezeichnet
    • Vorteile
      • Multilieferantenkatalog ermöglicht die Lieferantenübergreifende Auswahl an Produkten
      • Integration beim Einkäufer ermöglicht Anbindung an ERP-System, Anpassung an den unternehmensspezifischen Beschaffungsprozess
    • Nachteile
      • Betrieb und Wartung beim einkaufenden Unternehmen
      • Anbindung der Kataloge (Vereinheitlichung, Synchronisation)

Dektop Purchasing-System: Prozess-Sicht


    Dektop Purchasing-System: Komponenten-Sicht

    Systeme zur operativen Beschaffung (3)

    • Marketplace-Modell
      • Funktionen zur Bestellabwicklung und Kataloge werden durch einen Marktplatzbetreiber (Intermediär) betrieben
      • wird von mehreren Einkäufern und Lieferanten benutzt
      • Vorteile
        • Multilieferantenkatalog ermöglicht die lieferantenübergreifende Auswahl an Produkten
        • Betrieb und Wartung beim Intermediär
      • Nachteile
        • Integration beim Einkäufer und Lieferant schwierig
        • Anbindung der Lieferantenkataloge (Vereinheitlichung, Synchronisation)

    Verbesserungen durch den Einsatz von E-Procurement

    • Finanzbereich
      • Einsparung bei der Beschaffung
      • Produktkosten bei A- und B-Gütern sowie Prozesskosten bei C-Gütern
      • Senken von Bestands- und Lagerhaltungskosten
    • Prozessziele
      • Vereinfachung und Automatisierung von Geschäftsprozessen
      • Mitarbeiter können sich der strategischen Beschaffung widmen
      • schnellerer Durchlauf der Beschaffungsvorgänge
      • Qualitätsverbesserung bzw. Fehleranfälligkeit senken

    Verbesserungen durch den Einsatz von E-Procurement (2)

    • Informationsziele
      • verbessertes Informationsangebot
      • Suchen und Finden von Produkten und Preisen vereinfacht
      • Nachvollziehbarkeit und Planungssicherheit