Betriebliche Informationssysteme


VL 01 – Grundlagen


Sören Auer, TU Chemnitz, ISST

soeren.auer@informatik.tu-chemnitz.de

Stefan Kühne, Universität Leipzig, FMI IFI BIS

kuehne@informatik.uni-leipzig.de


Szenario: Instandhaltung technischer Anlagen

Beiträge von BIS zur Erfüllung der Unternehmensmission





"Aktuelle" Trends

Globalisierung

 ▪ zunehmende Im- und Exporte ▪ weltweiter Handel ▪ Verlagerung von Geschäftsfunktionen und Abläufen ▪ Onshore ▪ Nearshore ▪ Offshore ▪ Internationalisierung ▪

Dienstleistungsgesellschaft

  • Wandel von Industriegesellschaften zu wissens- und informationsbasierten
  • Anteil von Wissen an Wertschöpfung steigt
  • wissens- und datenintensive Produkte
  • Hybride Wertschöpfungsketten 

Wandel von Organisationsstrukturen

  • Klassisch
    • hierarchische, zentralisierte, strukturierte Organisationsformen

    • Verwendung von Handbüchern und Verfahrensvorschriften zur Organisation von Abläufen
  • Modern
    • flachere, dezentralisierte, flexible Organisationsformen
    • Schnelle Reaktion auf Marktanforderungen


 

Reorganisation

  • Teams

  • Bürokratieabbau

  • Hierarchieabbau

  • Gruppen

  • Prozessautomatisierung

 

Vernetzte Unternehmen

  • alle wesentlichen Geschäftsvorgänge
  • alle betriebswirtschaftlichen Funktionsbereiche
  • alle wesentlichen Beziehungen zur Umwelt (Lieferant, Kunde)
  • werden durch (integrierte) IKT unterstützt
  • Vernetzte Unternehmen

Open Source

  • Software
    • Quelloffen
    • Freie Verfügbarkeit
    • Veränderbarkeit/Erweiterbarkeit
  • Motivation
  • Herstellerunabhängigkeit
  • Lizenzkosten
  • Software-Qualität, Prüfbarkeit
  • Interoperabilität

[http://www.opensource.org/files/Initial-OSI-Affiliates.gif]

Web 2.0

  • Soziale Netzwerke, Social Media
    • Facebook, XING, LinkedIn, Google+, …
    • YouTube, Flickr, …
    • Weblogs, Twitter, …
  • Semantic Web
  • Linked Open Data

Cloud Computing

  • z. B. Amazon Web Services
    • Amazon Elastic Compute Cloud (EC2)
    • Amazon Simple Storage Service (Amazon S3)
  • PaaS – Platform as a Service
  • SaaS – Software as a Service
  • IaaS – Infrastructure as a Service

Auswirkungen?

Layer 1 Geschäftsführung Lieferant Gutachter Anlage Investor, Betreiber Anlage Betriebsführer Außenstelle Service-Manager







Grundbegriffe

 Information

Intuitives Verständnis von Information

Layer 1 Information Daten Zeichen, 1850 DWZ 1850 1 2 3 ... Signale Nachricht Ereignis !

Begriffstetraeder


Wort, Bild Abstractum Intension Concretum Extension [Quelle: Ortner 1983] Layer 1 Begriff, Information, Wissen Gegenstand Mentale Repräsentation, Vorstellung


Sichtweisen auf Information

Layer 1 Information Kommunikations- theorie Betriebswirtschaft Semiotik ...


Information – Betriebswirtschaftliches Verständnis

Produktionsfaktoren [Gutenberg 1979]

  • Elementarfaktoren:
    objektbezogene Arbeitsleistung, Betriebsmittel und Werkstoffe

  • Dispositive Faktoren:
    Betriebs- und Geschäftsleitung, Organisation und Planung

  • Grundlage für produktions- und kostentheoretischen Überlegungen

Information – Betriebswirtschaftliches Verständnis

 - Information als Produktionsfaktor

  • immaterielle aber keineswegs kostenlose Ressource

 - Information als Produkt

  • Informationen unterliegen einem Lebenszyklus

  • Wertabhängige Behandlung von Informationen

  • Grundlage für neue Geschäftsmodelle (Google, Xing)

Materielles Wirtschaftsgut vs. Informationen

Layer 1 Grenzkosten Logistik Besitz Schutz Teilbarkeit ... Vervielfältigungs- kosten Wertverlust bei Gebrauch Marktwert Materielles Wirtschaftsgut Information


Materielles Wirtschaftsgut vs. Informationen

Materielles Wirtschaftsgut

Information

Hohe Vervielfältigungskosten

Niedrige Vervielfältigungskosten

Angleichung der Grenzkosten an die Durchschnittskosten

Grenzkosten der (Re-)Produktion nahe Null

Wertverlust durch Gebrauch

Kein Wertverlust durch Gebrauch

Individueller Besitz

Vielfacher Besitz möglich

Wertverlust durch Teilung, begrenzte Teilbarkeit

Kein Wertverlust durch Teilung, fast beliebige Teilbarkeit

Identifikations- und Schutzmöglichkeit

Probleme des Datenschutzes und der Datensicherheit

Logistik oft aufwändig

Logistik einfach

Preis/Wert im Markt ermittelbar

Preis/Wert nur schwer bestimmbar

Begrenzte Kombinationsmöglichkeiten

Ansammlung schafft bereits neue Qualitäten, weitgehende Möglichkeiten der Erweiterung und Verdichtung

Verwandte Konzepte

 - Informationsversorgung

  • Informationsbedarf

  • Informationsangebot

 - Informationsmanagement

  • Informationsasymmetrien

  • Informationsfluss

  • Datenqualitätsmanagement

  • Dokumentenmanagement

  • Wissensmanagement

Informationsbedarf

 - Entscheidungsprozesse
Layer 1

 - Informationsbedarf

  • Art, Menge und Beschaffenheit von Informationen, die für eine (fundierte) Entscheidung erforderlich ist (z.B. Qualität, Vollständigkeit, Sicht, Zeit)

  • Definiert durch Entscheider bzw. Anforderungen an Entscheidung

    • Subjektiver Informationsbedarf

    • Objektiver Informationsbedarf

Layer 1 Informations- bedarf Problem- definition Bedarfs- analyse Bewertung Erhebung Nutzung


Informationsangebot

  • Bestimmt wie gut Informationsbedarf für eine Entscheidung abgedeckt werden kann

  • Definiert durch Menge an verfügbaren unternehmensinternen und -externen Informationen

    • Breite und Tiefe der Informationsbasis

    • Strukturierung, Filterung, Integration

  • Organisationsübergreifende Integration erfordert

    • Standardisierte Begriffe

    • Kompatible Schnittstellen

    • Individuelle Verarbeitungsleistungen







Grundbegriffe

 Betriebliche Informationssysteme

System

  • Von sýstema, „das Gebilde, Zusammengestellte, Verbunden“

    „Gesamtheit von Elementen, die so aufeinander bezogen sind und in einer Weise wechselwirken, dass sie als eine aufgaben-, sinn- oder zweckgebundene Einheit angesehen werden können und sich in dieser Hinsicht gegenüber der sie umgebenden Umwelt abgrenzen.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/System

[Quelle: Thränert 2007]

Intension und Entwicklungen der Systemtheorie

  • Interdisziplinäres Erkenntnismodell
  • Grundlage: Allgemeine Systemtheorie von Ludwig von Bertalanffy (1950)
    • Statt isolierte Betrachtung von Einzelphänomenen
    • Beschreibung von Phänomenen in ihrer Vernetzung
    • Universalitätsanspruch
  • Verwandte Gebiete
    • Informationstheorie, Kybernetik, Katastrophentheorie, Chaostheorie, Komplexe adaptive Systeme
  • Anwendung in
    • Biologie, Chemie, Informatik, Wirtschaftswissenschaften, …
  • Interdisziplinarität behindert einheitliche Systemtheorie

Systeme

  • Mikroebene vs. Makroebene

  • Emergenz: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!“ Aristoteles

  • Systeme bilden Teile von übergeordneten Systemen

  • Modellcharakter

    • Isolierte Betrachtung

    • Systemgrenzen zweckmäßig

    • Aufbau und Funktionsweise eines Systems hängen von dem Standpunkt des Betrachters ab; subjektives Herausgreifen/Weglassen bestimmter Elemente/Beziehungen

Eigenschaften von Systemen

 - Komplexität/Kompliziertheit

  • Bestimmt durch Art/Zahl/Stärke/Dichte der Elemente/Beziehungen

  • Strukturelle Komplexität: Anzahl Beziehungen/Anzahl Elemente

  • Zeitliche Komplexität: Anzahl möglicher Zustände

 - Dynamik

  • Betrifft zeitliches Verhalten, abhängig vom Beobachtungszeitraum und Beobachtungsintervall

  • Statische Systeme

  • Dynamische Systeme

Eigenschaften von Systemen (2)

 
 
Wechselwirkungen:
Stoffaustausch
Energieaustausch
 
 
  • Isolierte Systeme
  • o
    o
     
     
  • Geschlossene Systeme
  • o
    x
     
     
  • Offene Systeme
  • x
    x

    • Adaptivität/Flexibilität

      • Fähigkeit zur Anpassung an geänderte Umweltbedingungen

    • Kopplung

      • Loose Kopplung vs. enge Kopplung

    • Kontinuität

      • (zeit-/zustands-)diskrete Systeme vs. kontinuierliche Systeme

    Informationssystem

     - Ein Informationssystem dient

    • der rechnergestützten

      • Erfassung

      • Speicherung

      • Verarbeitung

      • Pflege

      • Übertragung

      • Anzeige

      • ...

    • von Informationen und Daten

    Betrieb

    Layer 1 Unternehmen Öffentliche Betriebe und Verwaltungen Betriebe Wirtschafts- einheit Private Haushalte Öffentliche Haushalte Wirtschafts- einheit Gewinnmaximierung, Privateigentum, Autonomieprinzip Wirtschafts- einheit Gemeinnützigkeit, Gemeineigentum, Organprinzip Wirtschafts- einheit Bund, Länder, Kommunen Betrieb einer Infrastruktur, z.B. Bildungswesen, Rechtswesen Fremdbedarfsdeckende Wirtschaftseinheit Markt, Wirtschaft Wirtschafts- einheit Konsum, Produktion für Eigenbedarf


    Betriebliches Informationssystem

    • Mensch-Aufgabe-Technik- (MAT)-Systeme

      • Soziotechnisches System (Mensch, Maschine)

      • Erzeugung und Benutzung von Informationen durch softwaretechnische Hilfsmittel

      • Verbunden über Kommunikationssysteme

      • Zweckbestimmung (Aufgabe)

    • Leistungssystem

      • Informationsverarbeitende Teile der betrieblichen Leistungserstellung

    • Lenkungssystem

      • Planung, Steuerung, Kontrolle betrieblicher Aktivitäten

    Anwendungssysteme in Informat...

    Layer 1 Betriebliche Aufgaben Prozesse Anwen- dungen Anwendungssystem (Technik) Informationssystem Management Daten Infrastruktur Organisation



    Anwendungssystem

     - für Anwendungsbereiche wie 

    • Beschaffung
    • Produktion
    • Vertrieb

     - existieren Anwendungsprogramme bzw. Anwendungssoftware

     - neben Software auch Hardware und Betriebssysteme

     - Einbettung in organisatorisches Umfeld (Arbeitsabläufe)


    EVA-Prinzip

    Layer 1 Anwendungssystem Umwelt Kunde Lieferant Unternehmen Wettbewerber Eigentümer Behörden Eingabe Verarbeitung Klassifizierung Strukturierung Berechnung Ausgabe


    Aufgaben betrieblicher Anwendungssysteme

    • Automatisierung von Aufgaben der operativen Ebene

    • Automatisierung von Aufgaben der administrativen und strategischen Ebene

      • Technische Infrastruktur zur Informationsverarbeitung und Kommunikation innerhalb und zwischen Unternehmen

      • Analyse und Beschreibung von Abläufen im Unternehmen

    • Strategische Weiterentwicklung der IKT-Nutzung

      • Organisation und Sicherung der DV-Nutzung

      • Analyse von Nutzen und Wirtschaftlichkeit des Computereinsatzes

    Ziele betrieblicher Anwendungssysteme

    • Restrukturierung und Rationalisierung von Abläufen/Prozessen
      • Wettbewerbsfähigkeit

      • Marktchancen

    • (Bestmögliche) Information betrieblicher Entscheidungsträger auf allen Managementebenen

    • Beitrag zu (bestmöglichen) Unternehmungsentscheidungen und Controlling der Erwartungen/Auswirkungen

    • Prognose/Simulation von Entscheidungskonsequenzen 




    Klassifikation(-sansätze)

    von Anwendungssystemen

    Kurzer Einschub: Klassifikation

    • Klassifikation
      • planmäßige Sammlung von abstrakten Klassen (auch Konzepten, Typen oder Kategorien), die zur Abgrenzung und Ordnung dienen
    • Klasse
      • Zusammenfassung beliebiger Objekte
      • definiert durch Eigenschaften (Intension, Klasseneigenschaft)
    • Vorteile
      • Universalität, Kontinuität, Aktualität, Erweiterbarkeit
    • Nachteile
      • festgelegte Systematik, hierarchische Strukturen, oft keine eindeutige Zuordnung zu Klassen

    Klassifikationskriterien für Anwendungssysteme

    • Hardwarearchitektur
    • Softwarearchitektur
    • Grad der Entscheidungsunterstützung
    • Organisatorische Ebene
    • Funktionsbereich
    • Integrationsart
    • Branche

    Klassifikationskriterien

    • Hardwarearchitektur
      • Großrechner
      • Arbeitsplatzrechner
      • Mobile Geräte
    • Softwarearchitektur
      • Desktop-Systeme
      • Client/Server-Systeme
      • Verteilte Systeme

    Grad der Entscheidungsunterstützung

    Layer 1 Betriebliche Anwendungssysteme Operative Systeme Analyse- systeme Administrations- systeme systeme systeme systeme Dispositions- Planungs- Kontroll-


    Operative Systeme

    • Administrationssysteme

      • Administrationssysteme zielen auf die Rationalisierung der Massendatenverarbeitung und damit auf Rationalisierungsnutzen, aber auch auf die Beschleunigung von Prozessen bzw. auf Durchlaufzeitverkürzung.

    • Dispositionssysteme

      • Über die reine Administration hinaus haben Dispositionssysteme die Aufgabe, entweder menschliche Entscheidungen vorzubereiten oder sie zu erübrigen, indem die Rechenanlage die Entscheidungen selbst trifft.

    Analysesysteme

    • Planungssysteme
      • Planung ist die Ermittlung von Sollvorgaben aus Vergangenheitsdaten
      • Entscheidungen auch bei schlecht strukturierten Problemen
      • keine vorgegebene Periodizität
      • Planungsmodelle erstellt das Top-Management
      • Entscheidungsfindung durch Mensch-Maschine-Dialog
    • Kontrollsysteme

      • Für die Überwachung der Einhaltung von Plänen
      • weisen ggf. auf einzuleitende Maßnahmen hin
      • Prinzip: Symptomerkennung – Diagnose – Therapievorschlag –Therapieprognose

    Auswertungs- und Berichtssysteme

    • Präsentation von aufbereiteten Informationen zu vorgeplanten Zeitpunkten nach Benutzeranforderungen
      • zeitgesteuert z.B. zum Monats- oder Quartalswechsel
      • ereignisgesteuert
    • Visualisierung von Sachzusammenhängen
      • Informationsfunktion
      • Dokumentationsfunktion
    • Optimale Bereitstellung von Informationen nach wirtschaftlichen Kriterien
    • Kategorien: Standardbericht, Abweichungsbericht, Bedarfsbericht

    Auswertungs- und Berichtssysteme (2)

    1. Statisch
      1. Auswertungen von Key Performance Indicators (KPI) im Rahmen von Kennzahlensystemen
      2. Balanced-Scorecard-Systeme
      3. Datenanalysen durch Data Mining
    2. Dynamisch
      1. On-Line Analytical Processing (OLAP)
    1.3, 2.1 - Business Intelligence

    Organisatorische Ebene

    Vertrieb Marketing Fertigung Produktion Finanz- und Rechnungs- wesen Personal- wesen Operative Ebene Management- Ebene Ebene Strategische Layer 1


    Anwendungssysteme – Beispiele und Klassifikation

    Layer 1 Personal- wesen Finanz- und Rechnungs- wesen Fertigung Produktion Vertrieb Marketing Management informations- systeme (MIS), Entscheidungs unterstützungs- systeme (EUS) Ebene Strategische Management- Ebene Operative Ebene Operative Systeme Unterstützungs- systeme für Führungsebene (FUS) Umsatz- trendvorhersage Personal- planung 5-Jahres- Geschäftsplan Gewinn- planung Arbeits- kostenanalyse Budget- planung Lagerbestands- kontrolle Vertriebs- leitung Auftrags- bearbeitung Material- wirtschaft Lohnbuch- haltung Kreditoren- buchhaltung Personal- verwaltung


    Anwendungssysteme – Beispiele und Klassifikation (2)

    FUS -

    Systeme auf der strategischen Ebene des Unternehmens, die die unstrukturierte Entscheidungsfindung insbesondere durch erweiterte Grafik- und Kommunikationsfunktionen unterstützen sollen.

    MIS -

    Systeme auf der Managementebene eines Unternehmens, die durch die Bereitstellung von Standardübersichtsberichten sowie Berichten über Abweichungen der Planung, Kontrolle und Entscheidungsfindung dienen.

    EUS -

    Systeme auf der mittleren Managementebenen von Unternehmen, die Daten mit ausgeklügelten analytischen Modellen oder Datenanalysewerkzeugen kombinieren, um schwach strukturierte oder unstrukturierte Entscheidungsfindungsprozesse zu unterstützen.

    Operative Systeme -

    Anwendungssysteme, die die täglichen, für den Geschäftsbetrieb notwendigen Routinetransaktionen ausführen und aufzeichnen

    Beziehungen zwischen Anwendungssystemen

    Layer 1 FUS EUS Operative Systeme MIS


    Management

    Layer 1 Betriebliche Aufgaben Prozesse Anwen- dungen Anwendungssystem (Technik) Informationssystem Management Daten Infrastruktur Organisation


    Management

    • Aufgabe

      • Situationen einschätzen

      • Entscheidungen fällen

      • Lösungswege schaffen

    • Ebenen, z. B.

      • Oberes Management

      • Mittleres Management

      • Operatives Management

    Vertrieb Marketing Fertigung Produktion Finanz- und Rechnungs- wesen Personal- wesen Operative Ebene Management- Ebene Ebene Strategische Layer 1


    Organisation

    Layer 1 Betriebliche Aufgaben Prozesse Anwen- dungen Anwendungssystem (Technik) Informationssystem Management Daten Infrastruktur Organisation


    Organisation (in der Betriebswirtschaftslehre)

    • zielgerichtete Integration/Koordination von Ressourcen

    • Unternehmerische Funktion zur Aktion und Reaktion in einem sich ändernden Umfeld

    • Koordination

      • bewusste Abstimmung einer arbeitsteiligen Organisation auf Unternehmensziele

    • Integration

      • Herstellung einer Einheit im Sinne eines
        lebensfähigen, produktiven Systems

    Perspektiven

    • Instrumental

      • Das Unternehmen hat eine Organisation.

      • Organisation als Instrument (Regeln, Hierarchien)

    • Institutional

      • Das Unternehmen ist eine Organisation.

      • Organisation als zielgerichtetes soziales System

    • Funktional

      • Das Unternehmen wird organisiert.

      • Organisation/Organisieren als Tätigkeit

    Organisation – Strukturdimensionen [Kornmeier und Schneider 2008]

    • Grad der Arbeitsteilung (Spezialisierung)

    • Konfiguration (Aufbauorganisation)

    • Koordination (Ablauforganisation)

    • Delegation/Entscheidungsbefugnisse

    • Formalisierung

    Layer 1 Geschäfts- funktionen Organisations- ebenen Geschäfts- prozesse Normen Werte Verfahrens- richtlinien








    Einfluss von betrieblichen Informationssystemen

    Informationssysteme beeinflussen Unternehmen und umgekehrt

    Unternehmen Informationssystem Layer 1 Unternehmensziele Unternehmensumwelt Unternehmenskultur Organisationsstruktur Verfahrensrichtlinien Geschäftsprozesse Politik Management Zufälle


    Enterprise Resource Planning (ERP)

    • Enterprise Resource Planning Systems (ERP-Systeme) wurden aus der Vorstellung heraus geprägt, dass es sich um eine Erweiterung von MRP II-Systemen als Manufacturing Resource Planning System um betriebswirtschaftliche Funktionalitäten wie Kostenrechnung, Finanzbuchhaltung oder Personalwesen handelt.
    • Letztlich als Synonym zu Integrierter Standardsoftware, vor allem im Industriebetrieb, aufzufassen.

    Quelle: Mertens et al.: Lexikon der Wirtschaftsinformatik, 4. Aufl., Berlin, 2001.

    Supply Chain Management

    Verknüpfung von Lieferanten von Lieferanten mit Kunden von Kunden

    Customer Relationship Management (CRM)

    Kundenbeziehungsmanagement oder Kundenpflege, bezeichnet die konsequente Ausrichtung einer Unternehmung auf ihre Kunden und die systematische Gestaltung der Kundenbeziehungs-Prozesse

    Dokumentation und Verwaltung von Kundenbeziehungen ermöglicht ein vertieftes Beziehungsmarketing

    In vielen Branchen (z. B. Telekommunikation, Versandhandel, Dienstleistungsunternehmen) sind Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden langfristig ausgerichtet.

    Mittels CRM werden Kundenbeziehungen gepflegt, was sich maßgeblich auf den Unternehmenserfolg auswirken soll.

    E-Business und E-Commerce

    Elektronischer Handel, auch Internethandel oder Online-Handel, ist der Einkaufsvorgang via Datenfernübertragung innerhalb der Distributionspolitik des Marketings bzw. des Handelsmarketings.

    • über das Internet wird eine unmittelbare Geschäftsbeziehung zwischen und unter Anbieter und Abnehmer abgewickelt.
    • Begriff des Electronic Business popularisierte eine IBM-Werbekampagne Ende der 1990er Jahre. 
    • Elektronischer Handel macht einen Teil der Internet-Wirtschaft aus (E-Commerce, E-Business).

    Geo-Informationssysteme

    Geoinformationssysteme (GIS), Geographische Informationssysteme oder Räumliche Informationssysteme (RIS) sind Informationssysteme zur Erfassung, Bearbeitung, Organisation, Analyse und Präsentation geografischer Daten. Geoinformationssysteme umfassen die dazu benötigte Hardware, Software, Daten und Anwendungen.

    • Landinformationssysteme (LIS)
    • Kommunales Informationssystem (KIS)
    • Umweltinformationssystem (UIS)
    • Bodeninformationssystem (BIS)
    • Netzinformationssystem (NIS)
    • Fachinformationssystem (FIS)
    • GIS in der Archäologie
    • GIS bei der Veranstaltungsplanung
    • GIS in Transport und Logistik (GIS-T)

    Data Warehousing / Business Intelligence (1)

    Data-Warehouse ist eine Datenbank, in der Daten aus unterschiedlichen Quellen in einem einheitlichen Format zusammengefasst werden:

    • verbesserter Zugang zu diesen Daten
    • Daten werden von den Datenquellen bereitgestellt und im ETL-Prozess in das Data-Warehouse geladen und dort vor allem für die Datenanalyse (OLAP) und zur betriebswirtschaftlichen Entscheidungshilfe in Unternehmen sowie zum Datamining langfristig gespeichert.
    • Prozess kann turnusgemäß durchgeführt werden, so dass im Data-Warehouse nicht nur Daten nach inhaltlichen Aspekten, sondern auch nach dem Aspekt Zeit – also langfristig – vorgehalten werden, was auch Zeitreihen-Analysen ermöglicht.

    Data Warehousing / Business Intelligence (2)

    Der Erstellung eines Data-Warehouses liegen zwei Leitgedanken zugrunde:

    1. Integration von Daten aus verteilten und unterschiedlich strukturierten Datenbeständen, um globale Sicht auf die Quelldaten und damit übergreifende Auswertungen zu ermöglichen.
    2. Separation der Daten, die für das operative Geschäft genutzt werden, von Daten, die für Aufgaben des Berichtswesens, der Entscheidungsunterstützung, der Geschäftsanalyse sowie des Controllings und der Unternehmensführung verwendet werden.

    Wissensmanagement

    Wissensmanagement (engl. knowledge management) ist ein zusammenfassender Begriff für alle strategischen bzw. operativen Tätigkeiten und Managementaufgaben, die auf den bestmöglichen Umgang mit Wissen abzielen.

    Bestandteile sind insbesondere:

    • Portale (z.B. MS Sharepoint)
    • Intranet-Suche (z.B. FAST, Apache Solr)
    • Unternehmenstaxonomien (z.B. Poolparty)
    • Wikis (z.B. Confluence)
    • E-Learning, Learning Management Systeme (OLAT, Moodle, Ilias, SlideWiki)

    Schlussfolgerungen

    • Informationssysteme müssen an Bedürfnissen des Unternehmens angepasst sein.

    • Informationssysteme sind individuell.

    • Unternehmen muss gegenüber Einflüssen offen sein, um von neuen Techniken zu profitieren (Anpassbarkeit).

    • Management entscheidet über die Einführung bzw. Implementierung von Informationssystemen.

    • Entscheidung bzgl. Zeit- oder Ressourcenrestriktionen

    Anforderungen an Informationssysteme

    • Rendite

    • Effektive Nutzung

    • Anpassung an Umweltanforderungen

    • Flexibilität

    • Kompatibilität

    • Verantwortlicher Einsatz

    Gestaltung von BIS erfordert (Auswahl)

    • Auswahl
    • Anpassung
    • Integration
    • Optimierung
    • Strategen
    • Anforderungsanalysten
    • Architekten
    • Entwickler
    • Systemintegratoren
    • Tester
    • Modellierer

    Zusammenfassung

    • Information
    • System

    • Informationssystem

    • Betriebliches Informationssystem

    • Anwendungssystem

    • Anwendungssystemklassen

    Quellen

    • [Gutenberg 1979] Gutenberg, Erich: Grundlagen der Betriebswirtschaftlehre. Band 1, Springer, Berlin u. a., 1979.
    • [Laudon et al. 2006] Laudon, K. C.; Laudon, J. P.; Schoder, D.: Wirtschaftsinformatik – Eine Einführung. Pearson, München, 2006.
    • [Mertens 2001] Mertens, P.: Integrierte Informationsverarbeitung 1. Gabler, 13. Aufl. Wiesbaden, 2001. ISBN: 3-409-19042-2
    • [Ortner 1983] Ortner, E.: Aspekte einer Konstruktionssprache für den Datenbankentwurf. S. Toeche-Mittler Verlag: Darmstadt, 1983
    • [Thränert 2007] Thränert, M.: Integration-Engineering – Grundlagen, Vorgehen und Fallstudien. Dissertation, Universität Leipzig, Leipzig, 2007.
    • [Kornmeier und Schneider 2008]
    • [Krcmar, 2009]

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