04 – Anwendungssysteme


VL 04 – Anwendungssystemlkassen


Sören Auer, TU Chemnitz, ISST

soeren.auer@informatik.tu-chemnitz.de

Stefan Kühne, Universität Leipzig, FMI IFI BIS

kuehne@informatik.uni-leipzig.de


Anwendungssysteme – Beispiele

Umsatz- trendvorhersage Layer 1 Personal- planung 5-Jahres- Geschäftsplan Gewinn- planung Arbeits- kostenanalyse Budget- planung Lagerbestands- kontrolle Vertriebs- leitung Auftrags- bearbeitung Material- wirtschaft Lohnbuch- haltung Kreditoren- buchhaltung Personal- verwaltung




Klassifikation(-sansätze)

von Anwendungssystemen

Kurzer Einschub: Klassifikation

  • Klassifikation
    • planmäßige Sammlung von abstrakten Klassen (auch Konzepten, Typen oder Kategorien), die zur Abgrenzung und Ordnung dienen
  • Klasse
    • Zusammenfassung beliebiger Objekte
    • definiert durch Eigenschaften (Intension, Klasseneigenschaft)
  • Vorteile
    • Universalität, Kontinuität, Aktualität, Erweiterbarkeit
  • Nachteile
    • festgelegte Systematik, hierarchische Strukturen, oft keine eindeutige Zuordnung zu Klassen

Klassifikationskriterien für Anwendungssysteme

  • Hardwarearchitektur
  • Softwarearchitektur
  • Grad der Entscheidungsunterstützung
  • Organisatorische Ebene
  • Funktionsbereich
  • Integrationsart
  • Branche

Klassifikationskriterien

  • Hardwarearchitektur
    • Großrechner
    • Arbeitsplatzrechner
    • Mobile Geräte
  • Softwarearchitektur
    • Desktop-Systeme
    • Client/Server-Systeme
    • Verteilte Systeme

Grad der Entscheidungsunterstützung

Layer 1 Betriebliche Anwendungssysteme Operative Systeme Analyse- systeme Administrations- systeme systeme systeme systeme Dispositions- Planungs- Kontroll-


Operative Systeme

  • Administrationssysteme

    • Administrationssysteme zielen auf die Rationalisierung der Massendatenverarbeitung und damit auf Rationalisierungsnutzen, aber auch auf die Beschleunigung von Prozessen bzw. auf Durchlaufzeitverkürzung.

  • Dispositionssysteme

    • Über die reine Administration hinaus haben Dispositionssysteme die Aufgabe, entweder menschliche Entscheidungen vorzubereiten oder sie zu erübrigen, indem die Rechenanlage die Entscheidungen selbst trifft.

Analysesysteme

  • Planungssysteme
    • Planung ist die Ermittlung von Sollvorgaben aus Vergangenheitsdaten
    • Entscheidungen auch bei schlecht strukturierten Problemen
    • keine vorgegebene Periodizität
    • Planungsmodelle erstellt das Top-Management
    • Entscheidungsfindung durch Mensch-Maschine-Dialog
  • Kontrollsysteme

    • Für die Überwachung der Einhaltung von Plänen
    • weisen ggf. auf einzuleitende Maßnahmen hin
    • Prinzip: Symptomerkennung – Diagnose – Therapievorschlag –Therapieprognose

Auswertungs- und Berichtssysteme

  • Präsentation von aufbereiteten Informationen zu vorgeplanten Zeitpunkten nach Benutzeranforderungen
    • zeitgesteuert z.B. zum Monats- oder Quartalswechsel
    • ereignisgesteuert
  • Visualisierung von Sachzusammenhängen
    • Informationsfunktion
    • Dokumentationsfunktion
  • Optimale Bereitstellung von Informationen nach wirtschaftlichen Kriterien
  • Kategorien: Standardbericht, Abweichungsbericht, Bedarfsbericht

Auswertungs- und Berichtssysteme (2)

  1. Statisch
    1. Auswertungen von Key Performance Indicators (KPI) im Rahmen von Kennzahlensystemen
    2. Balanced-Scorecard-Systeme
    3. Datenanalysen durch Data Mining
  2. Dynamisch
    1. On-Line Analytical Processing (OLAP)
1.3, 2.1 - Business Intelligence

Organisatorische Ebene

Vertrieb Marketing Fertigung Produktion Finanz- und Rechnungs- wesen Personal- wesen Operative Ebene Management- Ebene Ebene Strategische Layer 1


Anwendungssysteme – Beispiele und Klassifikation

Layer 1 Personal- wesen Finanz- und Rechnungs- wesen Fertigung Produktion Vertrieb Marketing Management informations- systeme (MIS), Entscheidungs unterstützungs- systeme (EUS) Ebene Strategische Management- Ebene Operative Ebene Operative Systeme Unterstützungs- systeme für Führungsebene (FUS) Umsatz- trendvorhersage Personal- planung 5-Jahres- Geschäftsplan Gewinn- planung Arbeits- kostenanalyse Budget- planung Lagerbestands- kontrolle Vertriebs- leitung Auftrags- bearbeitung Material- wirtschaft Lohnbuch- haltung Kreditoren- buchhaltung Personal- verwaltung


Anwendungssysteme – Beispiele und Klassifikation (2)

FUS -

Systeme auf der strategischen Ebene des Unternehmens, die die unstrukturierte Entscheidungsfindung insbesondere durch erweiterte Grafik- und Kommunikationsfunktionen unterstützen sollen.

MIS -

Systeme auf der Managementebene eines Unternehmens, die durch die Bereitstellung von Standardübersichtsberichten sowie Berichten über Abweichungen der Planung, Kontrolle und Entscheidungsfindung dienen.

EUS -

Systeme auf der mittleren Managementebenen von Unternehmen, die Daten mit ausgeklügelten analytischen Modellen oder Datenanalysewerkzeugen kombinieren, um schwach strukturierte oder unstrukturierte Entscheidungsfindungsprozesse zu unterstützen.

Operative Systeme -

Anwendungssysteme, die die täglichen, für den Geschäftsbetrieb notwendigen Routinetransaktionen ausführen und aufzeichnen

Beziehungen zwischen Anwendungssystemen

Layer 1 FUS EUS Operative Systeme MIS


Funktionale Zuordnung






Funktionale Zuordnung

operativer Systeme






[Mertens 2001]

Operative Systeme in der Industrie

Layer 1 Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Data warehouse Lagerhaltung Forschung und Produkt- entwicklung Vertrieb Unter- nehmens- gesamtplanung Beschaffung Produktion Versand Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Kunden- dienst Forschung sowie Produkt- und Prozess- Entwicklung Vertrieb Beschaffung Produktion Versand Kundendienst Lagerhaltung Layer 1 Wertschöpfung/Auftragsdurchlauf

Forschung/Produkt- und Prozess-Entwicklung (F

  • F&E-Veranlassung
  • Entwurf und Konstruktion (CAD/CAE)
  • Erstellung von Arbeitsplätzen und Steuerprogrammen (CAP)
  • F&E-Kontrolle
    • Fortschrittskontrolle
      • Budgetverfolgung
        • Personen-/Stundenverbrauch
        • Materialverbrauch
      • Terminverfolgung
    • Qualitätskontrolle
  • Verwaltung von Schutzrechten
  • Labormanagement

Vertrieb

  • Unterstützung des Kundenkontakts
    • Planung des Kundenkontakts
    • Vorbereitung des Kundenkontakts
    • Durchführung des Kundenkontakts
    • Nachbereitung des Kundenkontakts
  • Angebotsüberwachung
  • Auftrgserfassung und -prüfung
    • Technische Prüfung
    • Bonitätsprüfung
    • Terminprüfung

    Beschaffung (1)

    • Bestelldisposition
      • Lagerabgangsprognose
      • Ermittlung Bestellgrenze bzw. Bestelltermin
        • Ermittlung von Sicherheitszeit/-bestand
        • Eilbestellung
        • Umdisposition
      • Ermittlung der Bestellmenge
      • Bezugsquellensuche und Angebotseinholung
      • Lieferantenauswahl

    Beschaffung (2)

    • Bestelladministration
      • Abstimmung von Kunden- und Lieferbeziehungen
      • Zollabwicklung
    • Lieferüberwachung
      • Anmahnung von Bestätigungen
        • Anmahnung von Angebotsbestätigungen
        • Anmahnung von Auftragsbestätigungen
      • Anmahnungen von Terminen
        • Anmahnung von Lieferantenterminen
        • Anmahnung von Fertigungsterminen
    • Wareneingangsprüfung
      • Mengenkontrolle
      • Qualitätskontrolle

    Lagerhaltung

    • Materialbewertung
      • Lagerbestandsführung
      • Inventur
      • Lagersteuerung
        • Lagerhaussteuerung
        • Materialflusssteuerung

    Produktion

    • Produktionsplanung und -steuerung
      • Grunddatenerzeugung und -verwaltung
      • Primärbedarfsplanung
      • Materialbedarfsplanung
      • Fertigungsterminplanung
      • Werkstattsteuerung
      • Fertigung (CAM)
      • Kontrolle in der Produktion
    • Anlageninstandhaltung

    Produktionsplanung und -steuerung (1)

    • Grunddatenerzeugung und -verwaltung
    • Primärbdarfsplanung
    • Materialbedarfsplanung
    • Auflösung von Stücklisten
      • Terminermittlung
      • Mengenermittlung
    • Vorlaufverschiebung
    • Ermittlung der Bruttobedarfe
      • Bruttobedarfsermittlung aus Stückliste
      • Ergänzung verbrauchsgesteuerter Bedarfe
      • Ergänzung Erstzteile
    • Ermittlung der Nettobedarfe
      • Nettobedarfsermittlung ohne Ausschuss
      • Berücksichtigung des Ausschusses

    Produktionsplanung und -steuerung (2)

    • Bündelung der Nettobedarfe
      • Bildung von Losen gleicher Teile
      • Bildung von Losen ähnlicher Teile
      • Verschnittdisposition
    • Vernetzung von Produktionsaufträgen
    • Fertigungsterminplanung
    • Durchlufterminierung
      • Vorwärts-/Rückwärtsterminierung
      • Durchlaufzeitverkürzung
        • Übergangszeitreduzierung
        • Überlappung
        • Splittung
      • Bestimmung der Betriebsmittel
    • Kapazitätsausgleich

    Produktionsplanung und -steuerung (3)

    • Verfügbarkeitsprüfung
      • Verfügbarkeit von Fachkräften
      • Verfügbarkeit von Teilen
      • Verfügbarkeit von Werkzeugen
      • Verfügbarkeit von Steuerungsprogrammen
    • Auftragsfreigabe
    • Werkstattsteurung
    • Bestimmung der Bearbeitungsreihenfolge
    • Bestimmung der Betriebsmittel
    • Terminbestimmung
      • Bestimmung des Anfangstermins
      • Bestimmung des Endtermins
    • Fertigung (CAM)
    • Kontrolle in der Produktion
    • Fortschrittskontrolle
    • Qualitätskontrolle

    Anlageninstandhaltung

    • Instandhaltungsterminierung
      • Terminbestimmung
      • Materialbestimmung
    • Instandhaltungsauflaufsteuerung
    • Instandhaltungs- und Betriebszustandskontrolle

    Versand (1)

    • Zuteilung
      • Zuteilung Halbfabrikate
      • Zuteilung Fertigfabrikate
    • Kommissionierung
    • Lieferfreigabe 
    • Versandlogistik
      • Bestimmung von Auslieferungslagern
      • Bestimmung der Transportart
      • Bestimmung der Beladung
      • Bestimmung der Fahrtroute
      • Bestimmung von Optimierungsmöglichkeiten
      • Erstellung der Versandpapiere 

    Versand (2)

    • Fakturierung
    • Gutschriftenerteilung
      • Gutschriften von Kundenretouren
      • Gutschriften von Leergut
      • Gutschriften "Reiner Werte"
    • Packmittelverfolgung

    Kundendienst (After-Sales)

    • Produktbeschreibungen
    • Kundendienstauftrgs- und Reparturdienstunterstützung
      • Problem- und Lösungserfassung
      • Mitarbeiterzuordnung
      • Diagnose
      • Erfahrungssicherung
    • Entsorgung
      • Demontage
      • Beseitigung

    Operative Systeme in der Industrie

    Layer 1 Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Data warehouse Lagerhaltung Forschung und Produkt- entwicklung Vertrieb Unter- nehmens- gesamtplanung Beschaffung Produktion Versand Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Kunden- dienst Forschung sowie Produkt- und Prozess- Entwicklung Vertrieb Beschaffung Produktion Versand Kundendienst Lagerhaltung Layer 1 Wertschöpfung/Auftragsdurchlauf

    Finanzwesen

    • Finanz- und Liquiditätsdisposition/CM
      • Einnahmen prognostizieren
      • Ausgaben prognostizieren
      • Anzeigen der Dispositionen/Konditionen
      • Netting
      • Pooling
      • Durchführen von Finanztransaktionen
    • Währungsmanagement/Geld- und Devisenhandel
    • Unterstützung von Hauptversammlungen 

    Rechnungswesen (1)

    • Kosten- und Leistungsrechnung
    • Buchhaltung
      • Journal
      • Hauptbuchhaltung
      • Nebenbuchhaltung

    Rechnungswesen (2)

    • Kosten- und Leistungsrechnung
      • Kostenstellenrechnung
        • Ermittlung der Istkosten
        • Ermittlung der Sollkosten
        • Interpretation der Abweichungen
      • Kostenträgerrechnung
        • Vorkalkulation
        • Nachkalkulation 
      •     ...
        • Nachkalkulation der Produkte
        • Nachkalkulation der Prozesse
      • Betriebsergebnisrechnung
    • Lieferantenrechnungskontrolle
      • Rechnungskontrolle
      • Lieferantenkontrolle
    • Hauptbuchhaltung

    Rechnungswesen (3)

    • Nebenbuchhaltung
      • Debitorenbuchhaltung
        • Buchung der Debitoren
        • Führen der Offenen Posten Debitoren
        • Verbuchung der Kundenzahlungen
        • Berechnung der Feuerversicherungswerte
      • Kreditorenbuchhaltung
        • Buchung der Kreditoren
      •     …
        • Führen der Offenen Posten Kreditoren
        • Bestimmung des Zahlungszeitpunktes
        • Auswahl des Zahlungsweges
        • Buchung der Zahlungen
      • Anlagenbuchhaltung
        • Berechnung der Abschreibungen
        • Berechnung der Zugänge
        • Vermögensaufstellung 

    Personalwesen

    • Arbeitszeitverwaltung und Personal-Aufgaben-Zuordnung
    • Abrechnung für Entgelt und Renten
      • Entgeltabrechnung
      • Rentenabrechnung
    • Meldungen
    • Personalpflege
      • Steuerung von Maßnahmen
      • Aus- und Weiterbildung
    • Betriebliches Vorschlagswesen
    • Geschäftsreisemanagement

    Gebäudemanagement

    • Besucherverwaltung
    • Gebäudeverwaltung 
    • Kantinenmanagement

    Integrierte Informationssysteme




    Integrierte Informationssysteme

    Operative Systeme in der Industrie

    Layer 1 Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Data warehouse Lagerhaltung Forschung und Produkt- entwicklung Vertrieb Unter- nehmens- gesamtplanung Beschaffung Produktion Versand Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Kunden- dienst Forschung sowie Produkt- und Prozess- Entwicklung Vertrieb Beschaffung Produktion Versand Kundendienst Lagerhaltung Layer 1 Wertschöpfung/Auftragsdurchlauf

    Integration

    Definition nach [Duden]

    In|te|g|ra|ti|on die; -, -en :

    1. [Wieder]herstellung einer Einheit [aus Differenziertem]; Vervollständigung.
    2. Einbeziehung, Eingliederung in ein größeres Ganzes; Ggs. Desintegration (1).
    3. Zustand, in dem sich etwas befindet, nachdem es integriert worden ist; Ggs. Desintegration (2).
    4. Berechnung eines Integrals (2); vgl. ...ation/...ierung

    Aspekte von Integration

    • Zustand
    • Prozess


    Integrationsdimensionen

    Layer 1 Integrationsdimension 1 Integrations- gegenstand 2 Integrations- richtung 3 Integrations- reichweite 4 Automations- grad

    Integrationsgegenstand – Daten- und Funktionsintegration

    Layer 1 zwei Module, doppelte Datenhaltung zwei Module, einfache Datenhaltung ein Modul, einfache Datenhaltung Daten Daten Funktion y Funktion x Funktion x Funktion y Daten Funktion x Funktion y Daten a b c

    Ausprägung der Integrierten I...

    Layer 1 Automatische Datenweitergabe Gemeinsame Datenbank Integration der Benutzungs- schnittstelle Medien- integration Geräte- integration Prozess-/Vor- gangsintegration Prozesse bzw. Vor- gänge werden auf-- einander abgestimmt Datenintegration Datenbestände werden logisch zusammengeführt Programmintegration aufeinander abge- stimmt Programme werden Methodenintegration Methoden werden aufeinander abge- stimmt Funktionsintegration Aufgaben werden aufeinander abge- stimmt 1 Integrations gegenstand

    Integrationsgegenstand – Prozessintegration (Beispiele)

    Layer 1 Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Data warehouse Lagerhaltung Forschung und Produkt- entwicklung Vertrieb Unter- nehmens- gesamtplanung Beschaffung Produktion Versand Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Kunden- dienst Forschung sowie Produkt- und Prozess- Entwicklung Vertrieb Beschaffung Produktion Versand Kundendienst Lagerhaltung Layer 1 Wertschöpfung/Auftragsdurchlauf Einkauf Auftragsdurchlauf Führungsinformation Kundendienst Geschäftsprozesse

    Ausprägung der Integrierten I...

    Layer 1 Automatische Datenweitergabe Gemeinsame Datenbank Integration der Benutzungs- schnittstelle Medien- integration Geräte- integration Prozess-/Vor- gangsintegration Prozesse bzw. Vor- gänge werden auf-- einander abgestimmt Datenintegration Datenbestände werden logisch zusammengeführt Programmintegration aufeinander abge- stimmt Programme werden Methodenintegration Methoden werden aufeinander abge- stimmt Funktionsintegration Aufgaben werden aufeinander abge- stimmt 1 Integrations gegenstand

    Ausprägung der Integrierten Informations- verarbeitung – Integrationsrichtung

    Layer 1 2 Integrations-richtung Horizontale Integration Integration innerhalb des Prozesses der Leistungserstellung Integration Vertikale Integration von Administrations- und Dispositions- mit PuK-Systemen

    Integrationsrichtung

    Layer 1 Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Data warehouse Lagerhaltung Forschung und Produkt- entwicklung Vertrieb Unter- nehmens- gesamtplanung Beschaffung Produktion Versand Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Kunden- dienst Forschung sowie Produkt- und Prozess- Entwicklung Vertrieb Beschaffung Produktion Versand Kundendienst Lagerhaltung Layer 1 Wertschöpfung/Auftragsdurchlauf Einkauf Auftragsdurchlauf Führungsinformation Kundendienst Geschäftsprozesse Operative System Layer 1 Analysesysteme Layer 1 Layer 1 Vertikale Integration Integration Horizontale Layer 1

    Ausprägung der Integrierten Informations- verarbeitung - Integrationsreichweite

    Layer 1 3 Integrationsreichweite Bereichs- Integration Integration Funktionsbereich- und Prozess- übergreifende Integration Innerbetriebliche Zwischenbetrieb- liche Integration

    Ausprägung der Integrierten Informations-

    4 Automationsgrad Layer 1 Vollautomation Systeme löst Bearbeitung aus, disponiert, veranlasst Teilautomation verschiedene Formen eines Mensch-Maschine- Dialogs und registriert Initiative geht vom System aus Initiative geht vom Menschen aus

    Integration als Prozess


    Funktionsbereich- und




    Funktionsbereich- und Prozessübergreifende Integrationskomplexe

    Funktionsbereich- und Prozess-übergreifende Integrationskomplexe

    Forschung sowie Produkt- und Prozess- Entwicklung Vertrieb Beschaffung Produktion Versand Kundendienst Lagerhaltung Finanzen Rechnungswesen Personal Gebäudemanagement Layer 1 PLM CIM SCM CRM

    PLM – Product-Lifecycle-Management

    • Strategisches Konzept zum Management eines Produktes über seinen gesamten Produktlebenszyklus

      • von Planung (PPS/ERP)
      • über Konstruktion (CAD), Berechnung (CAE), Fertigung (CAM)

      • bis zum Controlling, Vertrieb und Service

    • Umsetzung mithilfe von

      • PDM: Produktdatenmanagement

      • ERP: Enterprise-Resource-Planning 

    PDM – Produktdatenmanagement

    • Konzept zur Bereitstellung produktdefinierender, -repräsentierender, -präsentierender Daten und Dokumente im Lebenszyklus eines Produkts
    • Grundlage: integriertes Produktmodell, z.B.

      • CAD-Modell

      • Quelltext

      • Simulationsmodelle

    • Zugriff durch interdisziplinäre Entwicklungsprozesse und verteilter Einsatz von Werkzeugen

    • Produktinformationsmanagement (PIM): Bereitstellung von Produktinformationen für verschiedene Ausgabemedien

    SCM – Supply-Chain-Management

    • Konzept der unternehmensübergreifenden Koordination der Material- und Informationsflüsse über den gesamten Wertschöpfungsprozess hinweg
    • ermöglicht systematische Abstimmung von Kunden- und Lieferantenbeziehungen  zwischenbetriebliche Integration

    • keine Kette, sondern Netz von Unternehmen

    • Ziel: Austausch von Planungsinformation der beteiligten Unternehmen, um den Gesamtprozess zeit- und kostenoptimal zu gestalten

      • Synchronisation der Versorgung mit dem Bedarf

      • Verbesserungen hinsichtlich des Aufwands entlang der Wertschöpfungskette

      • z.B. Just-in-Time-Produktion/-Strategie

    SRM - Supplier Relationship Management

    • SRM unterstützt komplexe Beschaffungsprozesse und -netzwerke.
    • Lieferanten und Herstellerunternehmen können über unterschiedliche Wertschöpfungsebenen hinweg zuverlässig und effizient in einem durchgängigen Beschaffungsprozess zusammenarbeiten
    • Stärkt dem zentralen Beschaffungsprozesse:
      • Durchgängiges Beschaffungsmanagement (Procure-to-Pay)
      • Katalogmanagement
      • Strategischer Einkauf
      • Zentrales Vertragsmanagement
      • Lieferantenmanagement
      • Lieferantenauswahl
      • Automatisierung, Vereinfachung und Beschleunigung aller Prozesse in Zusammenhang mit strategischem und operativem Einkauf und der Zusammenarbeit mit Lieferanten

    CRM – Customer-Relationship-Management

    • Konzept zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens am Kunden
    • Aufbau langfristiger, profitabler Kundenbeziehungen und deren nachhaltige Pflege im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie

    • Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Gewinnung kundenbezogener Informationen zur gezielten Kundenansprache, Entwicklung von Marketing-, Vertriebs- und Servicekonzepten anhand dieser Daten

    • verschiedene Arten von CRM:

      • operatives CRM: Unterstützung der operativen Prozesse aller Bereiche, die in direktem Kundenkontakt stehen

      • analytisches CRM: Sammeln und analysieren von kundenbezogenen Informationen

      • kommunikatives, kollaboratives CRM

    PPS – Produktionsplanungs- und -steuerungssysteme

    • Konzept zur Unterstützung der operativen Gestaltung des Produktionsprogramms und der Produktionsprozesse
    • wechselseitige Abhängigkeit der Teilprobleme führte zu hierarchischer Produktionsplanung

    • Teilprobleme gliedern sich in

      • Primärbedarfsplanung
      • Sekundärbedarfsplanung
      • Termin- und Kapazitätsplanung
      • Auftragsfreigabe
      • Ablaufplanung
      • Auftragsüberwachung

    CIM – Computer Integrated Manufacturing

    • Konzept zur Automatisierung von Fertigungsprozessen mittels integrierter Informationsverarbeitung
    • Verbindung technischer und betriebswirtschaftlicher Belange

    • Integration der Funktionsbereiche

      • Produktentwicklung

      • Auftragsabwicklung

      • Produktion

    Y-CIM-Modell nach Scheer

    ERP

    • zentrale Prozesse eines Unternehmens werden bereichsübergreifend verknüpft
    • umfasst Administration, Disposition, Information (Kennzahlenbildung) sowie Analyse und Auswertungen (Berichte) 


    Unterstützende Systeme




    Unterstützende Systeme

    Unterstützende Systeme

    • Datenbank-Management-Systeme
    • Ticket-Management-Systeme
    • Workflow-Management-Systeme
    • Dokumenten-Management-Systeme
    • Content-Management-Systeme
    • Enterprise-Content-Management-Systeme

    Branchenspezifische Systeme




    Branchenspezifische Systeme

    Branchenspezifische Anwendungssysteme

    • Beispiele

      • Betriebliches Umweltinformationssystem
      • Campus-Management-System
      • Anwendungssysteme für Energieversorgungsunternehmen
      • Anwendungssysteme im Gesundheitswesen
      • Anwendungssysteme für Versicherungen
      • Anwendungssysteme für öffentliche Verwaltungen
      • Anwendungssysteme im Tourismus
      • Anwendungssysteme für die Logistik

    Campus-Management-System (CMS)

    • Hochschulinformationssysteme, universitäre Informationssysteme (IS), Parallelen zu ERP-Systemen
    • Anwendungssysteme zur umfassenden Unterstützung der Geschäftsprozesse von Bildungseinrichtungen wie Berufsakademien und Universitäten

    • abhängig vom Funktionsumfang zwei Begriffsverständnisse:

      • engere, studienzentrierte Sicht: Verwaltung von Lehre und Studium

      • umfassendere, hochschulweite Sicht: Unterstützung in den Bereichen Forschungs- und Ressourcenmanagement (z.B. Personal- und Rechnungswesen) sowie der Lehre selbst (Lernmanagement bzw. E-Learning) mit eingeschlossen

      • deutlichen Verbesserungen von Effizienz, Effektivität und Servicequalität durch Datenintegration, Funktionsintegration sowie Prozessintegration innerhalb von Hochschulen 

    Anwendungssysteme für Energieversorgungsunternehmen (1)

    • Zuordnung der bisher in der Energiewirtschaft eingesetzten Anwendungssysteme in überwiegend drei unterschiedliche, nicht eindeutig abgrenzbare Klassen anhand ihres jeweils primären Aufgabengebietes
    • Systeme zur:

      • technischen Betriebsführung

      • kaufmännischen Verwaltung

      • integrierten Geschäftsabwicklung

    • vermehrter Einsatz erneuerbarer Energien und veränderte Geschäftsmodelle erfordern Standardsierungen, Interoperabilität und Sicherheitskonzepte für solche Systeme 

    Anwendungssysteme für Energieversorgungsunternehmen (2)

    • wesentliche Anforderungen an zukünftige Anwendungssysteme
      • Standardisierung, um einheitliches Verständnis der ausgetauschten Dateninhalte zu schaffen

      • Nutzung internationaler Standards

      • Kopplung von Anwendungssystemen auf softwaretechnischer Ebene

      • Integration bestehender Altsysteme

      • Informations- und Ausfallsicherheit

      • Rollen- und Berechtigungskonzepte berücksichtigen und bei Integration neuer Systeme konsequent umsetzen 

    Anwendungssysteme im Gesundheitswesen (1)

    • effektive und gleichzeitig finanzierbare Gesundheitsversorgung ohne Einsatz rechnerbasierter Anwendungssysteme nicht mehr denkbar (administrativer und klinischer Bereich)
    • Krankenhausinformationssysteme, stationärer Bereich, z. B.
      • Patientenverwaltungssysteme für die Patientenadministration
      • diverse Dokumentationssysteme (z. B. Pflegedokumentationssystem)
      • Bildarchivierungs- und Speicherungssystem (PACS)
      • Radiologische Informationssysteme (RIS) für die Radiologie
      • Laborinformationssysteme (LIMS) für die klinischen Labore
      • PDMS-Systeme für den Intensivbereich
      • Klinische Arbeitsplatzsysteme für den ambulanten und stationären Bereich

    Anwendungssysteme im Gesundheitswesen (2)

    • Praxisinformationssysteme, ambulanter Bereich
      • Diagnoseverschlüsselung
      • Abrechnung
      • Befunddokumentation
      • Praxisorganisation
      • Formulardruck
      • Statistiken
      • Arzneimittelinformationen
      • elektronische Gesundheitskarte (eGK), zukünftig elektronisches Rezept
    • Integration der verschiedenen eingesetzten Anwendungssysteme für durchgängige Prozessunterstützung der Einrichtung notwendig

    Anwendungssysteme für Versicherungen

    • Verwaltung umfangreicher Kunden- und Vertragsdatenbestände mittels Datenbanken 
    • Anwendungssysteme unterstützen gesamte Akquisitions-, Vertragsvereinbarungs- und Vertragsbetreuungsprozesse mit unterschiedlichen Absatzkanälen
    • Verwendung von Workflow- und Dokumentenmanagementsystemen
    • Einsatz von Lösungen branchenspezifischer Softwareanbieter oder spezifische Module für Standardsoftware
    • Workflow-basierte Unterstützungsprozesse für komplexere Aufgabenstellungen
    • Einbindung unterschiedlicher Vertriebskanäle für die verschiedenen Sparten besondere Herausforderung (z.B. Außendienstmitarbeiter, unabhängige Versicherungsmakler)
    • gleicher Softwarestand auf allen dezentralen Endgeräten (z.B. der Vertreter vor Ort) zu gewährleisten
    • Berichtssysteme stellen Erfolgsbeiträge verschiedener Sparten und Produkte dar
    • sehr komplexe Anwendungssysteme

    Zusammenfassung

    • Klassifikation
    • Klassifikationskriterien / Beispiele
      • Grad der Entscheidungsunterstützung
      • Organisatorische Ebene
      • Funktionsbereich
      • Integrationsart
      • Branche

    Quellen

    • [Fink et al. 2001] Fink, A.; Schneidereit, G.; Voß, S.: Grundlagen der Wirtschaftsinformatik. Physica-Verlag, Heidelberg, 2001.

    • [Laudon et al. 2006] Laudon, K. C.; Laudon, J. P.; Schoder, D.: Wirtschaftsinformatik – Eine Einführung. Pearson, München, 2006.
    • [Mertens 2001] Mertens, P.: Integrierte Informationsverarbeitung 1 – Operative Systeme in der Industrie. Gabler, 13. Aufl. Wiesbaden, 2001. ISBN: 3-409-19042-2

    • [Mertens 2001a] Mertens, P.: Integrierte Informationsverarbeitung 2 – Planungs- und Kontrollsysteme in der Industrie. Gabler, 13. Aufl. Wiesbaden, 2001.

    • [Thränert 2007] Thränert, M.: Integration-Engineering – Grundlagen, Vorgehen und Fallstudien. Dissertation, Universität Leipzig, Leipzig, 2007.

    • http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de