Modellierung

Grundlagen



Vielfältige Verwendung des Begriffs „Modell“

Mo|dell das;  -s, -e <lat.-vulgärlat.-it.>:  [Duden 2001]

  1. Muster, Vorbild.
  2. Entwurf od. Nachbildung in kleinerem Maßstab (z. B. eines Bauwerks).
  3. [Holz]form zur Herstellung der Gussform.
  4. Kleidungsstück, das eine Einzelanfertigung ist.
  5. Mensch od. Gegenstand als Vorbild für ein Werk der bildenden Kunst.
  6. Typ, Ausführungsart eines Fabrikats. 
  7. vereinfachte Darstellung der Funktion eines Gegenstands od. des Ablaufs eines Sachverhalts, die eine Untersuchung od. Erforschung erleichtert od. erst möglich macht. 
  8. Mannequin, Fotomodell
  9. (verhüllend) Callgirl

Logische, mathematische Interpretation:



Modellierung

Wozu?

  • Verstehen eines Subjekts
  • Kommunizieren über ein Subjekt
  • Gedankliches Hilfsmittel zum Gestalten, Bewerten oder Kritisieren 
  • Spezifikation von Anforderungen
  • Durchführung von Experimenten
  • Aufstellen/Prüfen von Hypothesen über beobachtbare/postulierte Phänomene

Wann?

  • Wenn das modellierte Original
    • Nicht beobachtbar ist,
    • Zu groß oder zu klein ist,
    • Zu komplex ist,
    • Nicht zur Verfügung steht,
    • Noch nicht existiert.
  • Wenn die Arbeit am Original
    • Zu gefährlich,
    • Zu teuer,
    • Verboten,
    • Nicht möglich ist.




Beispiel: Landkarte

Layer 1




Modell

Layer 1 Original Model repräsentiert repräsentiert a) Territorium BRD b) Modell vom Territorium der BRD Verkürzung (Reduktion, Abgrenzung), transitiv n:m-Beziehung


Standpunkt/Sicht (aus [ISO 2006]), Ebene

[ISO 2006]: ISO-Standard zur Software-Architekturbeschreibung

Standpunkt (Perspektive):

  • Ein Standpunkt (viewpoint) verkörpert miteinander verwandte Anliegen bzw. Aspekte (concerns), die durch die Interessen der Projektbeteiligten (stakeholder) bestimmt werden. Ein Standpunkt legt auch Verfahren zur Modellierung und zugehörige Notationen fest. 


Standpunkt/Sicht (aus [ISO 2006]), Ebene (2)

  • Sicht:
    • Eine Sicht (view) beschreibt ein (konkretes) System von einem bestimmten (abstrakten) Standpunkt aus. Die Sichten dienen dabei der Strukturierung, sie enthalten selbst keine Informationen, diese sind in Modellen
  • Ebene
    • Entfernung zwischen Original und Modell


Allgemeine Modelltheorie


  • [Stachowiak 1973]
    • Abbildungsmerkmal
    • Verkürzungsmerkmal
    • Pragmatisches Merkmal
Layer 1 repräsentiert


Allgemeine Modelltheorie (2)

Abbildungsmerkmal

  • Modelle sind stets Modelle von etwas, nämlich Abbildungen, Repräsentationen natürlicher oder künstlicher Originale, die selbst wieder Modelle sein können. ... 

Verkürzungsmerkmal

  • Modelle erfassen im allgemeinen nicht alle Attribute des durch sie repräsentierten Originals, sondern nur solche, die den jeweilgen Modellerschaffern und/oder Modellbenutzern relevant scheinen. ... 


Allgemeine Modelltheorie (3)

Pragmatisches Merkmal

  • Modelle sind ihren Originalen nicht per se eindeutig zugeordnet. Sie erfüllen ihre Ersetzungsfunktion a) für bestimmte -- erkennende und/oder handelnde, modellbenutzende -- Subjekte, b) innerhalb bestimmter Zeitintervalle und c) unter Einschränkung auf bestimmte gedankliche oder tatsächliche Operationen. Über die abbildungsmäßige Originalbezogenheit hinaus ist mithin der allgemeine Modellbegriff dreifach pragmatisch zu relativieren. Modelle sind nicht nur Modell von etwas. Sie sind auch Modelle für jemanden, einen Menschen oder einen künstlichen Modellbenutzer. Sie erfüllen dabei ihre Funktionen in der Zeit, innerhalb eines Zeitintervalls. Und sie sind schließlich Modelle zu einem bestimmten Zweck. Eine pragmatisch vollständige Bestimmung des Modellbegriffs hat nicht nur die Frage zu berücksichtigen, wovon etwas Modell ist, sondern auch, für wen, wann und wozu bezüglich seiner je spezifischen Funktionen es Modell ist.


Grundsätze ordnungsgemäßer Modellierung

  • Grundsatz der Richtigkeit
    • Syntaktische Korrektheit
    • Semantische Korrektheit
  • Grundsatz der Relevanz
  • Grundsatz der Wirtschaftlichkeit
  • Grundsatz der Klarheit
  • Grundsatz der Vergleichbarkeit
  • Grundsatz des systematischen Aufbaus
    • z.B. Trennung zwischen statischen und dynamischen Aspekten


Modellierungstechnik

Layer 1 Textuelle/Grafische Symbole auch Notation Modellierungstechnik Modellierungssprache Modellierungs- Modellierungs- werkzeug Konkrete Syntax Abstrakte Syntax Semantik Regeln zur Kombination von Symbolen Bedeutung, bspw. mathematisch definiert durch formale Ontologie oder operationale Semantik methode




Creator: darya (VUA)

Contributors:
soeren (TIB)


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